Inhaltsverzeichnis 10/2009

Arbeitsfreude

Moderation: Gerhard Eikenbusch

Gerhard Eikenbusch
Die Arbeitsfreude zur eigenen Sache machen
Wege aus dem Klage- und Jammertal

Drei kleine Gedankenexperimente zum Einstieg: Wenn morgen Ihre Schüler (plötzlich) Freude am Unterricht hätten – wie würden sie sich verhalten? Und wenn Sie als Lehrer ab morgen (noch mehr) Freude im Unterricht hätten – was wäre dann anders und woran könnten Ihre Schüler das merken? Schließlich: Wenn Sie genügend Geld zur Verfügung hätten, um in der Schule für mehr Freude zu sorgen – wofür würden Sie es ausgeben?

Susanne Thurn
Wahrnehmen, wertschätzen, würdigen
Im Schulalltag ein Umfeld für Freude schaffen

Freude entsteht, wenn die Anstrengungen von Anfang an mit einem Ziel verbunden sind. Eine wesentliche Bedingung: wirkliches Arbeiten und nicht nur als Arbeit verkleidetes Lernen. Die einander stärkende Gruppe, nicht die miteinander ständig konkurrierende ist im Unterricht Garant für Freude. Aus »ich und meine Arbeit« ist nachhaltig »wir und unsere Schule« geworden.


Hannelore Weimar
Erfahren, dass man selbst etwas bewirken kann
Steigerung der Arbeitszufriedenheit durch Beteiligung und Teamarbeit

Gutes Klima in der Klasse und angenehme Arbeits­atmosphäre in der Schule sind in der Regel Ergebnis gemeinsamer Arbeit der Lehrkräfte untereinander und mit den Schülern. Eine wichtige Grundlage dafür sind organisatorisch verankerte Teamarbeit sowie die Einbindung von Schülern und Lehrkräften in Entscheidungsprozesse. In der Werner-Stephan-Oberschule in Berlin hat man solche Teamstrukturen und Beteiligungsprozesse systematisch angelegt.

Silke Riedl
»Man muss sich einfach mal trauen!«
Mit einer Klasse neue Wege beschreiten

Arbeitsfreude – vor allem im Unterricht – ereignet sich nicht einfach, sondern man muss sich aktiv um sie kümmern. Dazu gehören für den Lehrer eine genaue Orientierung über die Klasse, gute Beobachtungen, Offenheit für ungewohnte Wege, Zutrauen und Risikobereitschaft. Wichtig sind auch gute, spannende Aufgaben, Ermunterung, Begeisterung und Neugier. Vor allem aber gehört dazu die Grundüberzeugung, dass Arbeitsfreude in der Schule immer eine Sache von Lehrkräften und Schülern ist.

Hedda Bennewitz
Endlich nicht mehr Sisyphus
Ein positives berufliches Selbstkonzept gewinnen

Dass es Lehrerinnen und Lehrer gibt, die ihren Beruf über Jahre hinweg mit viel Freude ausüben, gerät in Debatten über Arbeitsbelastungen und Ansprüche an den Lehrerberuf immer wieder in den Hintergrund. Dieser Beitrag geht der folgenden These nach: Die Fähigkeit, Freude im Beruf zu empfinden und sie zu vermitteln, hängt erheblich davon ab, welches Selbstkonzept Lehrkräfte von sich haben und ob bzw. wo sie ihre Möglichkeiten und Fähigkeiten sehen.

Andreas Hillert
Für die Arbeit nicht (ver-)brennen
Das richtige Maß an Engagement im Lehrerberuf finden

Engagement im Lehrerberuf – das scheint eine Zwickmühle zu sein. Auf der einen Seite wird betont, ohne echtes Engagement seien die Erfolglosigkeit im Lehrerberuf und das persönliche Scheitern vorprogrammiert. Auf der anderen Seite wird vor zu großem Engagement gewarnt, das nur zu Verschleiß führe. Es geht offensichtlich um das richtige Maß. Dabei ist die Auffassung, dass hohes Engagement zwangsläufig zum Ausbrennen im Lehrerberuf führe, ein tragischer Irrtum – mitunter auch billige Ausrede.

Florian H. Müller
Verantwortung für sich selbst übernehmen
Arbeitsmotivation und Spielräume im Berufsalltag

Ein entscheidender Schritt, wieder mehr Freude an seiner Arbeit zu haben und auch anderen Freude zu vermitteln, besteht darin, zu erfahren – und auch daran zu glauben –, dass man in seinem Beruf etwas bewirken kann und dass man auch ein gutes Stück über seine Arbeit selbst bestimmen kann. Kaum etwas ist so lähmend wie das Gefühl der Wirkungslosigkeit, fehlender Kontakt zu Kollegen oder Schülern und die Furcht zu versagen.

Reinhard K. Sprenger
Bestraft durch Belohnung
Zehn Überlegungen über Arbeitsfreude und Motivation in der Schule

Wenn es an Arbeitsfreude mangelt, werden dafür häufig Mangel an geeigneten Belohnungen (z. B. Beförderung), fehlende Motivationsanreize und demotivierende Arbeitsbedingungen verantwortlich gemacht. Diese Erklärungen erweisen sich allerdings aus der Sicht des Management-Autors Reinhard K. Sprenger eher als Mythen. Lob, Prämien, Motivationsanreize haben nur einen vergleichsweise geringen Einfluss auf Arbeitszufriedenheit – oft wirken sie sogar kontraproduktiv und zerstörerisch.

Beitrag

Dr. Hans-Peter de Lorent/Ralph Schubert/Annette Berg. Moderation: Dr. Jochen Schnack
Die Betroffenen zu Beteiligten machen
In Hamburg findet Schulentwicklung in regionalen Konferenzen statt

In Hamburg findet derzeit eine umfassende Schulreform statt, bei der die Betroffenen zu Beteiligten gemacht werden: Über neun Monate hinweg haben Schulleiter, Lehrer, Eltern und Schüler in »Regionalen Schulentwicklungskonferenzen« über die künftigen Schulangebote in ihrer Region beraten. Für PÄDAGOGIK sprach Dr. Jochen Schnack mit dem Projektleiter Dr. Hans-Peter de Lorent, dem Unternehmensberater Ralph Schubert und der Schulleiterin Annette Berg.

Serie

Kompetenzorientierung in der Diskussion
5. Folge

Hans Brügelmann
Wie kann Kompetenzentwicklung evaluiert werden?
Potenzial und Grenzen von Leistungstests und Alternativen für den schulischen Alltag

Dass Lernen sich an Kompetenzen orientieren soll, ist nicht umstritten. Wohl aber die Frage, wie diese zu messen sind. Kein Arzt verlässt sich allein auf das Fieberthermometer. Ebenso sagen punktuelle Messungen allein nichts über die Qualität von Lernprozessen aus. Der Beitrag plädiert für flexible und vielfältige Verfahren der Evaluation. Wie können diese konkret aussehen?

PÄDAGOGIK : KONTROVERS

Religion statt Ethik?
PRO: Wolfgang Huber
CONTRA: E. Jürgen Zöllner

Konfessioneller Religionsunterricht oder Ethik für alle? Über diese Frage wurde in Berlin über viele Monate engagiert, teils erbittert gestritten. Am 26. April 2009 wurde sie in einem Volksentscheid zugunsten eines für alle Schülerinnen und Schüler verbindlichen Ethik-Unterrichts entschieden. Doch die Frage selbst ist nicht erledigt. Sie berührt die tieferen Wurzeln unseres Zusammenlebens und weist damit weit über Berlin hinaus.

Rezensionen

Miriam Hellrung
Lerncoaching
Beispiele für den Englisch- und Mathematikunterricht

Magazin

Das Jahresthema 2009: Die Schule, das Lernen und die Demokratie • Weniger Habilitationen • Integrationskurse für Eltern • 71 Prozent der Grundschüler nutzen das Internet • Bewusstsein für Weiterbildung steigt • Viele ausländische Studenten in Deutschland • Fehlende Anreize und mangelnde Disziplin • Ohrenblick mal! • Baden-Württemberg führt Selbsttests für künftige Lehramtsstudenten ein • Nordrhein-Westfalen: Modellversuch zu Islam-Religionsunterricht • Muslimisches Leben in Deutschland • Studienneigung geht weiter zurück • Konjunkturpaket zur Sanierung der Schulen genutzt • Leichte Entspannung an den Hochschulen • Entdecke neue Welten!  • Materialien • Termine

P.S.

Reinhard Kahls Kolumne
Schönheit – Das Geheimnis der guten Schule