Verlagsgeschichte

Hier finden Sie eine kurze Darstellung der Unternehmens- und Verlagsgeschichte, eine ausführliche in der Firmenschrift »175 Jahre Beltz. 1841—2016 Tradition und Perspektiven«, die wir Ihnen unten zum Blättern und Herunterladen anbieten.

Sechs Generationen eines Familienunternehmens

Der Anfang

1841 Julius Beltz (1819 bis 1892) gründet, gerade 22-jährig, eine Buchdruckerei im thüringischen Langensalza, nahe Erfurt.

1848

Die Gründerfamilie 1860

1848 Im Revolutionsjahr wird eine liberale Wochenzeitung, »Freiheit – dem deutschen Volk gewidmet«, herausgegeben, die nach einem Jahr von der Zensur als »zu demokratisch« wieder verboten wird.1849 wird von Julius Beltz für den Thüringer Lehrerverein eine Schulbuchhandlung eingerichtet.

1868 erfolgt die Übernahme des Verlages Adolph Büchting, Nordhausen, die zur »Einrichtung eines Verlagsgeschäftes« unter der Firma Julius Beltz« führt. Eine Titelliste nennt Lehrbücher für Religion, Geografie, Geschichte und Landwirtschaft.

Ein zweiter Anfang

1903 Julius Beltz (1880 bis 1965) übernimmt als Enkel des Gründers das Unternehmen von seiner verwitweten Mutter Helene. Ab 1908 firmiert er als »Pädagogischer Verlag und Hofbuchdrucker des Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen «.

1932

Julius Beltz 1930

1909 beginnt mit dem Kauf der Zeitschrift »Die Volksschule« eine Entwicklung, die Julius Beltz in den 20er-Jahren zu einem vielseitigen Schulbuchverlag werden lässt.

1932 tritt der Sohn, Wilhelm Beltz (1905 bis 1975) als Gesellschafter in die Firma ein. Das Unternehmen befindet sich mit über 300 Mitarbeitern in Druckerei und Verlag auf dem Höhepunkt. Das Verlagsprogramm umfasst 16 Zeitschriften und weit über tausend Bücher, Ganzschriften und Lesehefte.

1933

1933 Der Verlag wird wegen seiner »demokratischen Tendenz« zunehmend reglementiert. Er verliert die meisten seiner Zeitschriften und muss die Schulbuchproduktion einschränken. Die Druckerei wird mit Lohndruck für Fachverlage beschäftigt.

1946 Große Teile der Druckerei werden von der sowjetischen Militäradministration als Reparationen requiriert. »Auch der Verlag lag im Wesentlichen still«, so in einer Erklärung von Wilhelm Beltz 1949.

 

Die Zäsur — der dritte Anfang

1949 Julius, Wilhelm und Charlotte Beltz verlassen als »Zonenflüchtlinge« ihre Heimat und übersiedeln nach Weinheim. Der Verlag Chemie, der nach der Zerstörung des Verlagsgebäudes von Berlin nach Weinheim umgezogen ist, bietet erste Unterkunft: in der Werderstraße, bis heute Sitz des Verlages. Unternehmen und Vermögen der Familie in Langensalza werden wegen Zonenflucht enteignet. Die Druckerei wird als Volkseigener Betrieb »VEB Thomas Müntzer« fortgeführt und später der »Akademie der Wissenschaften« in Berlin zugeordnet. Julius Beltz korrigiert seine Visitenkarte und markiert so den »dritten Anfang« …

1960

Dr. Manfred Beltz Rübelmann

1960 Nach zehn Jahren werden wieder fast 100 Mitarbeiter beschäftigt; das Unternehmen hat sich als Offsetdruckerei und pädagogischer Verlag neu etabliert. Freilich beträgt der Umsatz lediglich 1,5 Mio. DM – Manfred Rübelmann, seit 1960 bei Beltz tätig und Mitgesellschafter seit 1963, 1970 adoptiert, erkennt das traditionelle Potenzial des Verlages und kann in der Folgezeit eine stetige Fortentwicklung initiieren.

1966 Beltz feiert sein 125-jähriges Bestehen als »Kulturinstitution, Wirtschaftsbetrieb und technische Anstalt unter einem Dach« (Börsenblatt). Zugleich wird der erste Bauabschnitt des Druckerei-Neubaues in Hemsbach fertiggestellt (ihm werden noch acht weitere Bauabschnitte nach einer Grundkonzeption der Weinheimer Architekten Waldemar und Jan Lippert folgen).

70er

Die 70er-Jahre: Hans Joachim Gelberg startete unter »Beltz & Gelberg« ein neues Kinder- und Jugendbuchprogramm. Nach dem Erfolg des pädagogischen Magazins »betrifft erziehung« gründet Beltz das Wissenschaftsmagazin »Psychologie Heute«, 1976 das »Sozialmagazin« und weitere Zeitschriften. 1975 beteiligt sich Beltz am neu gegründeten Campus Verlag in Frankfurt/Main. Die Psychologie wird – neben dem traditionellen Gebiet der Pädagogik – das zweite Fachgebiet des Verlages, gefördert durch die schulpsychologischen Veröffentlichungen und die Reihe »Deutsche Schultests« des Herausgebers Karlheinz Ingenkamp.

80er

Die 80er-Jahre: Sie sind gekennzeichnet durch eine kontinuierliche Entwicklung des Verlages (so die Gründung der »Psychologie Verlagsunion«, die Beteiligung am Juventa Verlag, die Übernahme des Quadriga Verlages sowie des Taschenbuchprogramms »Gulliver«) wie auch durch den ständigen Ausbau des technischen Betriebes, der mit modernster Technik und über 100 Mitarbeitern sich aktiv auf die erhöhten Anforderungen des Verlages und zahlreicher Fachverlagskunden ausrichtet.

90er

Die 90er-Jahre: Ein vierter Anfang – die deutsche Wiedervereinigung führt zu einer neuen Verbindung von Beltz Weinheim mit dem Stammhaus in Bad Langensalza. Mit großem Investitionsaufwand wird ab 1992 die vollständige Erneuerung des Betriebs vorgenommen; 1998 und 2003 wird auf 7.000 m2 Betriebsfläche eine moderne Großbuchbinderei entwickelt. 2011 erfolgt die nochmalige Erweiterung um 2.400 m2 für die zentrale Druckerei einschließlich des Akzidenzbetriebes Weimar Druck und von Sonderproduktionen unter »BELTZ fine books«. Ebenfalls ab 2011 heißt das Unternehmen »Beltz Bad Langensalza GmbH«.

Die 6. Generation: Matthias und Ulrich Rübelmann, Christina Blum und Marianne Rübelmann werden Mitgesellschafter der Holding.

2000er

Die 2000er-Jahre: Das Jahrzehnt der Weiterentwicklung und großen Veränderungen durch den zunehmenden Druck und Chancen zugleich in der digitalen Entwicklung. Große Herausforderungen entstehen hieraus für die Grafischen Betriebe und die Verlagsprogramme. Zudem das Jahrzehnt der Neu-Aufstellung in den Gesellschafterstrukturen und dem Übergang von Manfred Beltz Rübelmann als Hauptgesellschafter und die daraus entstehenden Anforderungen an die 6. und 7. Generation.

Firmenschrift »175 Jahre Beltz«

1841-2016 | Tradition und Perspektiven

In der Firmenschrift finden Sie u.a. eine ausführliche Version der Unternehmens- und Verlagsgeschichte.