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Während in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein ebenso kontroverser wie produktiver Dialog zwischen Psychiatrie und Soziologie zu beobachten war, scheint dieser inzwischen weitgehend abgebrochen zu sein. Der Artikel plädiert für eine Wiederaufnahme dieses interdisziplinären Austauschs und skizziert dafür die konzeptuellen Grundlagen einer Analytik der Psy-Wissenschaften. Diese verbindet Traditionen der Medizinsoziologie und der Soziologie sozialer Probleme mit Einsichten der Science and Technology Studies und macht die epistemischen Praktiken des psychiatrischen Feldes zum Ausgangspunkt empirischer Analysen. Die Produktivität dieser Forschungsperspektive wird anhand einer qualitativen Studie zu einem aktuellen Strang der psychiatrischen Forschung – der Suche nach Biomarkern – mit einem Fokus auf Depression veranschaulicht. Empirisch zeigt sich, dass die Biomarker-Forschung bislang nicht in der ersehnten somatischen Fundierung des fokussierten Krankheitsbilds, sondern – im Gegenteil – in einer fortschreitenden epistemischen und ontologischen Verunsicherung des Feldes resultiert.
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