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Der Beitrag stellt einen bislang wenig thematisierten Strang des vielfältigen europäischen Schuldiskurses des 18. Jahrhunderts in den Fokus: die Skepsis gegenüber Schulen als mögliche Garantinnen von Freiheit, Vernunft und Fortschritt im Anbruch der Moderne. Obgleich sich das 18. Jahrhundert in einer gewissen Selbststilisierung als pädagogisches Jahrhundert bezeichnete, bedeutete diese bildungsfreundliche Orientierung keineswegs, dass Schulen allgemein als Ort der Einlösung des Versprechens einer erneuerten Bildung akzeptiert wurden. Könnten ausgerechnet Schulen, diese noch unreformierten, klösterlich anmutenden Institutionen, den Schlüssel für die Konsolidierung von Freiheit, Vernunft und Fortschritt stellen? Der Beitrag rekonstruiert diesen skeptischen Diskursstrang gegenüber schulischen Institutionen in der Kernzeit der Aufwertung von Erziehung und Bildung in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Dieser Diskurs war in Europa ungleich verteilt und im deutschsprachigen Bereich seltener anzutreffen. Die hier in Fokus stehende Institutionenskepsis kann jedoch nicht als reiner Vertrauensverlust, sondern eher als Umverteilung des Vertrauens interpretiert werden.
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