Das Buch analysiert aus soziologischer Sicht die Vielfalt gegenwärtiger Liebesverhältnisse und stützt sich dabei auf Romanliteratur als empirische Erkenntnisquelle. Dabei macht es sich den Umstand zunutze, dass der Roman sich zum bevorzugten Medium für die detaillierte Beschreibung von Liebesverhältnissen in der Moderne entwickelt hat, ein Medium, in dem sich moderne Liebe und moderner Roman wechselseitig veredeln – im Sinne eines erlesenen Begehrens. So eignen sich »fiktionale« Liebesgeschichten bestens, die komplexe soziale »Wirklichkeit« von Liebesbeziehungen soziologisch zu erfassen. Der Autor arbeitet den wichtigen Anteil von mythischen und magischen Elementen ebenso wie Ästhetisierung und Poetisierung der Liebe und das Pathos des Begehrens heraus. Neben der Analyse zeitgenössischer Liebesverhältnisse geht er auch auf historische Wendepunkte auf dem Weg zur postromantischen Liebe ein und verdichtet abschließend seine Analysen zu einer Theorie der Liebe als einer leibzentrierten Praxis.
Dr. Günter Burkart ist Professor em. für Kultursoziologie an der Leuphana Universität Lüneburg, davor war er unter anderem an Universitäten in Philadelphia, Mannheim, Klagenfurt, Freiburg und Berlin tätig. Arbeitsschwerpunkte: Kultursoziologie, Geschlechterforschung, Soziologie von Paarbeziehungen und Familie.
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