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Pflege & Gesellschaft

Das Trauma aus zweiter Hand: Sekundäre Traumatisierungen von psychiatrisch ­Pflegenden

Zusammenfassung

Secondary traumatizations which are accompanied by trauma-associated symptoms are caused by primary traumatized persons´ descriptions of traumatic events. A prevalence study which was undertaken within the context of a master thesis at the Martin-Luther-University Halle-Wittenberg (MLU) was conducted in order to examine this phenomenon in psychiatric nurses. Utilizing a validated questionnaire (FST©, Daniels 2006), which retrospectively enquired the occurrence of symptoms related to the entire occupation, 21,3% of the total sample (n = 1284) were classified as secondary traumatized; 7,8% showed severe symptoms. 5,5% (of n = 955) had been suffering from symptoms for more than 6 months. Symptoms were reported in all psychiatric settings. Despite diverse methodical limitations the results underline the relevance of secondary traumatization as occupational burden in psychiatric nursing. Not solely in psychiatric nursing it should be given more attention to this phenomenon as traumatized patients are not exclusively treated in psychiatric, but also in somatic contexts. This could not only be beneficial for staff, but also for patients.
Keywords
Secondary traumatization, psychiatric nursing, health promotion, prevalence study

Bei sekundären Traumatisierungen handelt es sich um eine durch Schilderungen hervorgerufene Übertragung traumaassoziierter Symptome von primär traumatisierten Menschen auf andere Personen. Anhand einer Prävalenzstudie, die im Rahmen einer Masterarbeit an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) durchgeführt wurde, wurde dieses Phänomen bei psychiatrisch Pflegenden untersucht. Mittels eines validierten Fragebogens (FST©, Daniels 2006), der retrospektiv das Auftreten von Symptomen bezogen auf die gesamte Berufstätigkeit überprüfte, wurden 21,3% der Gesamtstichprobe (n = 1284) als sekundärtraumatisiert klassifiziert; 7,8% verfügten über eine schwere Symptomatik. Bei 5,5% (von n = 955) hielten die Reaktionen länger als sechs Monate an. Symptome wurden in allen psychiatrischen Settings berichtet. Die Ergebnisse der Studie zeigen trotz diverser methodischer Limitationen, dass es sich bei der sekundären Traumatisierung um eine relevante berufsbedingte Belastung in der psychiatrischen Pflege handelt. Da traumatisierte Menschen nicht nur in psychiatrischen, sondern auch somatischen Kontexten behandelt werden, ist dem Phänomen nicht nur in der psychiatrischen Pflege Aufmerksamkeit zu schenken. Dies würde nicht nur den Pflegenden, sondern auch den Patienten zugutekommen.
Schlüsselwörter
Sekundäre Traumatisierung, Psychiatrische Pflege, Gesundheitsförderung, Prävalenzstudie

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Beitrag
Das Trauma aus zweiter Hand: Sekundäre Traumatisierungen von psychiatrisch ­Pflegenden
Pflege & Gesellschaft (ISSN 1430-9653), Ausgabe 03, Jahr 2017, Seite 213 - 230

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Titel

Das Trauma aus zweiter Hand: Sekundäre Traumatisierungen von psychiatrisch ­Pflegenden

Zeitschrift

Pflege & Gesellschaft (ISSN 1430-9653), Ausgabe 03, Jahr 2017, Seite 213 - 230

DOI

10.3262/P&G1703213

Print ISSN

1430-9653

Verlag

Beltz Juventa

Autoren

Christiane Luderer / Jacqueline Rixe

Schlagworte