Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Seit 2006 wird in Deutschland medial über eine Deutschpflicht auf dem Schulhof debattiert. Mit einem Korpus von n=62 Diskursfragmenten der Jahre 2006-2020 werden die Phänomenstruktur und Deutungsmuster der medialen Debatte zu den Zeitpunkten 2006/2007 und 2020 miteinander verglichen. Diese ähneln sich zu beiden Zeitpunkten sehr, wobei allerdings Stigmatisierung und Defizitorientierung mehrsprachiger Schüler:innen und ihrer Eltern 2020 abnehmen. Der Diskurs zeichnet sich 2006/2007 und 2020 durch Binarität, Zugehörigkeitsordnungen, Assimilationsdruck sowie Selbstverantwortlichkeit unter Ausblendung struktureller Ursachen und Machtverhältnisse aus. Die Sprachen mehrsprachiger Schüler:innen werden als separate, defiziente Einheiten differenziert und somit deren Mehrsprachigkeit und damit einhergehende Potentiale ausgeblendet. Nicht-deutschsprachiges Handeln wird als eine destruktive Praxis gedeutet, während deutschsprachiges Handeln als rationale Entscheidung im Selbstinteresse der Betroffenen interpretiert wird.
Inhalte werden geladen ...
Inhalte werden geladen ...