Über Peter Härtling | BELTZ

Über Peter Härtling

Peter Härtling (1933 – 2017) zählt zu den bedeutendsten und beliebtesten deutschen Schriftstellern der Gegenwart. Er gehörte zu den wenigen Autoren, die für Kinder wie für Erwachsene schreiben.

Angeregt durch seine eigenen Kinder und enttäuscht von einer Literatur für Kinder, die, vor Phantasie strotzend, Realität nur vorgaukelt, widmete sich Peter Härtling dem Schreiben von Kinderliteratur. Er plädierte stets für eine »übersetzbare Wirklichkeit«, die Kindern Geschichte und Realität näher bringt und ihnen vorführt, was Erinnerung bedeutet.

Im Jahr 1973 erschien mit Das war der Hirbel bei BELTZ & Gelberg sein erstes Kinderbuch. Es war einer der Premierentitel in dem neuen Kinder- und Jugendbuchprogramm, das der Autor in den 1970er Jahren maßgeblich mitprägte – und der Anfang einer erneuerten Kinderliteratur.

In den Jahren danach folgten weitere Romane, deren Beliebtheit nach wie vor ungebrochen ist, darunter Oma (1975), Theo haut ab (1977), Ben liebt Anna (1979), Alter John (1981), Krücke (1987) und viele andere. Sie alle zeigen Kinderwelten wie sie nun einmal sind: voller Glückserfahrungen und Verrücktheiten, aber auch mit Ängsten und Problemen. Sein letztes Buch Djadi - Flüchtlingsjunge erschien im September 2016.

»Zahllose Kinder der Bundesrepublik und später auch des wiedervereinigten Deutschland verdanken Härtling ihre erste Überwältigung durch Lektüre«, ist sich Tilman Spreckelsen in seinem Nachruf auf Peter Härtling sicher.
Härtlings Kinder- und Jugendbücher wurden in knapp 30 Sprachen übersetzt und über 5 Millionen Mal verkauft. Für sein literarisches Gesamtwerk wurde der Autor national wie international vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis.

»Bücher, die ich meine, sollen nicht beschwichtigen, sie sollen beunruhigen und wecken.«
Diese Zitat von Peter Härtling könnte als Leitspruch über dem Preis stehen, den der Verlag ihm zu seinem 50. Geburtstag schenkte und der seinen Namen trägt.

»Bücher, die ich meine, sollen nicht beschwichtigen, sie sollen beunruhigen und wecken.
Neugierig sollen sie machen auf Menschen und Dinge, auf das Unbekannte im Bekannten, sogar auf das Unmögliche.
Bücher können zu neuen Gedanken herausfordern. Denk weiter, rede weiter, erzähl weiter.
Trau deiner Phantasie, aber lasse sie die Wirklichkeit nicht vergessen: Das sind Leitlinien, auf denen Sätze für Kinder geschrieben werden können.
Und dies alles nicht ohne Witz, Vergnügen, Liebe, Anschauung und Erfahrung, Genauigkeit, Leidenschaft, Vernunft. Und das in einer Sprache, die Empfindungen nicht verkleinert.«

Peter Härtling, Über die Schwierigkeiten und das Vergnügen beim Schreiben für Kinder (1977)