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Pressemeldung

Montag, 27. Januar 2014

Das Regenbogen-Experiment

Sind Schwule und Lesben die besseren Eltern?

Brauchen Kinder einen Vater und eine Mutter, um sich gesund zu entwickeln? Was sagen die Familienexperten dazu und wie reagiert der Gesetzgeber auf ihr Urteil? Darf der Staat gleichgeschlechtlichen Paaren tatsächlich den Wunsch nach gemeinsamen Kindern weiterhin erschweren oder gar versagen, wie es im Moment noch der Fall ist? Und wie verfährt er dann eigentlich in Hinblick auf die Alleinerziehenden?

Die rechtliche Gleichstellung von Schwulen und Lesben in unserer Gesellschaft ist weit vorangeschritten. Jeder soll so leben können, wie er es möchte. Doch beim Kind scheiden sich interessanterweise die Geister: Traditionalisten sind dagegen, dass Schwule und Lesben eine Familie gründen können, Vertreter der Kirchen warnen, und die Bundeskanzlerin hat ein schlechtes Gefühl dabei. Von dumpfen Stammtisch-vorurteilen und diffusen Ängsten einmal ganz abgesehen. Quer durch die Gesellschaft, insbesondere aber auch in der Mittelschicht gibt es erstaunlich viele Bedenkenträger. Hier zeigt sich, dass eine rechtliche Gleichstellung noch lange nicht gleichbedeutend ist mit einer Akzeptanz gesellschaftlicher Vielfalt.

»Das Regenbogen-Experiment« von Katja Irle stellt dar, welche Formen der schwul-lesbischen Familiengründungen es gibt und wie die Gesellschaft über sie denkt. Welche Projekte sind akzeptiert – welche sind streitbar? Das Buch erzählt die Geschichten von verschiedensten Regenbogenfamilien, befragt Bindungsforscher, Erziehungswissenschaftler und Therapeuten zu Aspekten des Kindeswohls und zeichnet nach, wie die Gleichstellung schwul-lesbischer Familienprojekte politisch verhandelt wird. Denn die Debatte über Kinder in gleichgeschlechtlichen Familien erhitzt deshalb so sehr die Gemüter, weil sie die Frage nach dem Bestand der traditionnellen Familie als Keimzelle unserer Gesellschaft aufwirft. Das am 10.3.2014 erscheinende Buch liefert ein tieferes Verständnis für eine neue Familienform – dass wir zu wenig wissen, um kompetent über dieses brisante Thema zu diskutieren, kann nach der Lektüre des Buches keiner mehr sagen.