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Pressemeldung

Dienstag, 27. Juni 2017

»Was wir dachten, was wir taten«

Lea-Lina Oppermann erzählt in einem psychologischen Kammerspiel die 143 Minuten eines Amoklaufs. Die 19-jährige Autorin entpuppt sich als scharfe Beobachterin der menschlichen Psyche. Sie inszeniert kunstvoll, wie in der Enge des abgeschlossenen Klassenzimmers langsam die Gefüge des sozialen Miteinanders zersetzt werden.

 

Amokalarm. Eine maskierte Person dringt ins Klassenzimmer ein und diktiert mit geladener Pistole Aufgaben, die erbarmungslos die Geheimnisse aller an die Oberfläche zerren. Arroganz, Diebstähle, Mitläufertum, Lügen - hinter sorgsam gepflegten Fassaden tun sich persönliche Abgründe auf. Fiona ringt fassungslos mit ihrer Handlungsunfähigkeit, Mark verspürt Genugtuung und der Lehrer, Herr Filler, schwankt zwischen Aggression und Passivität. Als sie den Angreifer enttarnen, sind die Grenzen der Normalität so weit überschritten, dass es für niemanden mehr ein Zurück gibt.