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Dienstag, 12. Mai 2015

»Treffpunkt Erasmus - die Kriegsjahre von Werner Klemke«

Dokumentarfilm beleuchtet ein bislang unbekanntes Kapitel des berühmten Buchillustrators

Im Rahmen des Jüdischen Filmfestivals Berlin 2015 wird am 18. Mai der Dokumentarfilm »Treffpunkt Erasmus - die Kriegsjahre von Werner Klemke«  im Filmtheater Babylon uraufgeführt.

Die holländische Filmemacherin Annet Betsalel rekonstruiert darin ein kaum bekanntes Kapitel aus dem Leben des Berliner Buchillustrators (Professor an der Berliner Kunsthochschule in Weißensee und Mitglied der Akademie der Künste/der DDR). Als Wehrmachtssoldat während der deutschen Besatzung der Niederlande war Werner Klemke aktiv am jüdischen Widerstand beteiligt und trug dazu bei, Hunderte von Menschen vor der Deportation zu bewahren. Annet Betsalel ist bei ihren Recherchen auf eine unglaubliche Geschichte gestoßen und hat mit ihrem Film Menschen geehrt, die großen Mut in einer schweren Zeit bewiesen, unter ihnen Werner Klemke.

Werner Klemke war einer der produktivsten Büchermacher der DDR. An über 800 Büchern hat er als Gestalter und/oder Illustrator mitgewirkt, mehr als 70 seiner Werke zählten zu den »Schönsten Büchern der DDR«. Mehrere Male erhielt er den Nationalpreis der DDR und zahlreiche weitere nationale und internationale Anerkennungen. Wie reich, vielseitig und zutiefst menschlich Klemkes Werk ist, spiegeln auch seine Illustrationen zu Kinderbüchern wie "Hirsch Heinrich", "Bootsmann auf der Scholle", "Lütt Matten und die weiße Muschel" und vielen mehr. Werner Klemke starb am 24. August 1994 in Berlin-Weißensee.