Veranstaltung | BELTZ
Donnerstag, 26. November 2020, 16:00 Uhr, Berlin

PD Dr. Tobias Teismann, Autor von »Krisenintervention und Suizidalität « spricht über »Risikoabschätzung, Krisenintervention und Therapie nach Suizidversuch«

Im Rahmen des digitalen DGPPN-Kongresses 2020

 

9783621285889.jpgLaut Schätzungen der WHO ist die Zahl der Suizidversuche 20-mal höher als die der vollendeten Suizide, so dass in Deutschland mit etwa 200.000 Suizidversuchen pro Jahr gerechnet werden muss. Ein Suizidversuch ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für einen vollendeten Suizid. Daher bedarf es spezifischer, multimodaler Interventionen, um nach einem Suizidversuch weiteren suizidalen Handlungen vorzubeugen.
Einführend gibt Tobias Teismann einen Überblick über therapeutische Strategien und Techniken zum Umgang mit akuter Suizidalität unter besonderer Berücksichtigung der individuellen Risikoabschätzung. Dabei sind Anpassungen des therapeutischen Settings an die Belange des suizidalen Menschen ebenso erforderlich wie die Betrachtung der Effektivität verschiedener Strategien.
Die Kurztherapie nach Suizidversuch (ASSIP) wurde am Universitätsklinikum Bern entwickelt und beruht auf handlungstheoretischen Konzepten. Im Rahmen des Frankfurter Projekts zur Prävention von Suiziden mittels Evidenz-Basierter Maßnahmen (FraPPE) wird es in allen psychiatrischen Kliniken in Frankfurt angeboten. Michael Stäblein berichtet über die Erfahrungen bei der Einführung und Umsetzung.
Das Netzwerk zur Suizidprävention in Thüringen (NeST) hat ein spezifisches Psychotherapieprogramm für Patienten nach einem Suizidversuch entwickelt. Gerd Wagner fasst die bisherigen Studien zu psychotherapeutischen Interventionen nach einem Suizidversuch zusammen, und stellt den Umgang mit suizidalem Erleben und Verhalten unter kognitiv-verhaltenstherapeutischen Gesichtspunkten vor.
Der Effekt verschiedener Psychopharmaka auf Suizidgedanken, Suizidversuche und vollendete Suizide ist gut untersucht. Christine Reif-Leonhard gibt einen Überblick über die aktuelle Forschung zur spezifischen Behandlung suizidaler Patientinnen und Patienten mit Lithium und Esketamin und einen Ausblick auf künftige Behandlungsoptionen.

 

Weitere Informationen und Anmeldung unter www.dgppnkongress.de

 

Veranstaltungsort
DGPPN Kongress digital
Berlin


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