Kriminologisches Journal

Künstliche Intelligenz und die ‚gute‘ Überwachung: Purifizierung und Legitimation im Echtzeit-Policing

Zusammenfassung

Mit der Ausbreitung von Technologien künstlicher Intelligenz verändern sich polizeiliche
(Video)-Überwachungspraktiken. Der Beitrag fragt am Beispiel des Tests einer automatisierten Detektionssoftware für sog. atypische Bewegungsmuster in Hamburg nach den Rationalitäten und Legitimierungsweisen der neuen Techniken sozialer Kontrolle. Auf der Basis einer Kritischen Diskursanalyse der Mediendebatte wird dabei argumentiert, dass die Automatisierung auf eine Purifizierung der Videoüberwachung zielt, die einerseits einer veränderten Rationalität effizienter Machtausübung folgt und andererseits die legitimatorische Effizienz der Überwachung, d. h. ihre gesellschaftliche Durchsetzbarkeit, erhöht. Indem die KI-Technik als datenschutzsensibel und diskriminierungsfrei gerahmt wird, gewinnt sie nicht nur die Polizei als ordnungspolitische Diskursautorität, sondern auch Datenschutzbeauftragte und liberale Parteien für sich, die vormals kritische Positionen bezogen. Die Purifizierung der Überwachung bewirkt so neben der Veränderung von Kontrollpraktiken auch eine Neuordnung des diesbezüglichen Diskurses.

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Beitrag
Künstliche Intelligenz und die ‚gute‘ Überwachung: Purifizierung und Legitimation im Echtzeit-Policing
Kriminologisches Journal (ISSN 0341-1966), Ausgabe 1, Jahr 2026, Seite 54 - 74

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Titel

Künstliche Intelligenz und die ‚gute‘ Überwachung: Purifizierung und Legitimation im Echtzeit-Policing

Zeitschrift

Kriminologisches Journal (ISSN 0341-1966), Ausgabe 1, Jahr 2026, Seite 54 - 74

DOI

10.3262/KJ2601054

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Print ISSN

0341-1966

Verlag

Beltz Juventa

Autoren

Fabian de Hair / Philipp Knopp

Schlagwörter