Autosoziobiografien gewinnen nicht nur auf dem Buchmarkt und im Feuilleton an Aufmerksamkeit. Ebenso formiert sich zunehmend eine disziplinenübergreifende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der spezifischen Textsorte zwischen Soziologie und Literatur. Am Beispiel von Édouard Louis’ Werk wird im Artikel skizziert, wie eine an Bildungsungleichheiten interessierte Analyse von Autosoziobiografien aussehen könnte. Im Zentrum steht dabei die Frage, welchen Beitrag die Untersuchung von Autosoziobiografien zur Erforschung von Bildungsaufstiegen leisten kann. Eruiert werden nicht nur methodologische Herausforderungen der Fallrekonstruktion über den Einzelfall hinaus, sondern auch Fragen der theoretischen Situierung und Analyse von literarischen Werken. Hierzu wird auf das Konzept des literarischen Feldes nach Bourdieu und Jurt zurückgegriffen, um den Fall Louis im transnationalen Feld der Autosoziobiografie zu verorten. Die Analyse verdeutlicht,dass sich anhand von Autosoziobiografien insbesondere die Ambivalenzen des Aufstiegs erkunden lassen; sie verweisen sowohl auf die ermächtigenden als auch beharrlichen Dynamiken der Klassenmobilität und steigern die Komplexität der Untersuchung von Bildungswegen.
Beitrag
Mit Édouard Louis die Widersprüche des Aufstiegs erkunden: Autosoziobiografische Perspektiven
ZSE Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation (ISSN 1436-1957), Ausgabe 4, Jahr 2025, Seite 341 - 356
Mit Édouard Louis die Widersprüche des Aufstiegs erkunden: Autosoziobiografische Perspektiven
10.3262/ZSE2504341
Flora Petrik, Luca Preite, Lina Zhou, Joseph Jurt, Mit Édouard Louis die Widersprüche des Aufstiegs erkunden: Autosoziobiografische Perspektiven (2025), Beltz Juventa, 69469 Weinheim, ISSN: 1436-1957, 2025 #4, S.341
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1436-1957
Beltz Juventa
Flora Petrik / Luca Preite / Lina Zhou / Joseph Jurt