Pressemeldung

Montag, 09. März 2026

JANOSCH feiert seinen 95. Geburtstag!

Am 11. März 2026 feiert Janosch seinen 95. Geburtstag. Der Ausnahmekünstler und Schöpfer von Tiger, Bär und Co. hat mit seinen Geschichten Generationen inspiriert und berührt. Wir gratulieren ihm ganz herzlich!

Janosch wird 1931 als Horst Eckert in Zabrze geboren. Ein Jahr nach Kriegsende fliehen seine Eltern mit ihm nach Westdeutschland. Janosch beginnt in der Nähe von Oldenburg in einer Textilfabrik zu arbeiten und lernt in einer Textilschule in Krefeld Musterzeichnen. 1953 zieht er über Paris nach München, um an der Kunstakademie zu studieren. Nach einigen Probesemestern wird Janosch wegen »mangelnder Begabung« ausgeschlossen. Im Anschluss beginnt er, als freischaffender Künstler zu arbeiten. Auf der Suche nach seinem persönlichen Paradies zieht es ihn 1979 nach Teneriffa, wo er heute noch lebt.

Im Jahr 1960 verfasst Horst Eckert sein erstes Kinderbuch »Die Geschichte von Valek dem Pferd«. Auf Anraten seines damaligen Verlegers Georg Lentz nennt er sich von nun an »JANOSCH«. Zu BELTZ & Gelberg kommt er 1972 mit seiner ganz eigenen Interpretation der Grimm’schen Märchen. »Oh, wie schön ist Panama« folgt 1978 − ein Welterfolg! Der kleine Tiger und der kleine Bär, dazu die Tigerente – für die Geschichte dieses unvergleichlichen Trios erhält Janosch 1979 den Deutschen Jugendliteraturpreis.

In der Folge wird er einer der produktivsten und erfolgreichsten Künstler Deutschlands. Seine unzähligen Bücher verkauften sich weltweit millionenfach. Allein der Klassiker »Oh, wie schön ist Panama« hat sich bis heute über 2 Millionen Mal verkauft. Den Schlüssel zum Erfolg sah sein ehemaliger Lektor und Verlagsleiter Hans-Joachim Gelberg − neben der künstlerischen Einmaligkeit − darin, dass kaum ein Autor der Kinderliteratur »so frei und ungefiltert erzählen kann (und mittlerweile auch darf) wie Janosch«.

Janosch, der sich als Kind einen Tuschkasten mit den Farben Gold, Silber und Rosa wünscht, entwirft in seinen Kinderbüchern einfache Kulissen von Idylle und Abgrund zugleich. Mit bewusst unbeholfenem Strich zeichnet er seine Bilder, die einerseits voller Emotionalität und Sentimentalität, andererseits voll leiser Ironie und Widerstand gegen Instanzen und Obrigkeiten stecken.

Für sein Werk wird Janosch unter anderem mit dem Prix Jeunesse International, dem Orden de Manuel Amador Guerrero von Panama sowie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

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Interview von Hans Häge, JANOSCH Film und Medien AG mit Katrin Hartmann, Cheflektorin Bilderbuch Beltz & Gelberg

Der Beltz Verlag ist so etwas wie der »Heimatverlag« für Janoschs Kinderbücher. Seine Klassiker »Oh, wie schön ist Panama«, »Post für den Tiger« und »Komm, wir finden einen Schatz« sind zuerst bei Beltz erschienen und sind nach wie vor fest im Programm. Was macht Janoschs Geschichten besonders?

Die Geschichten sind philosophisch, lebensklug und humorvoll. Und vor allem hat Janosch eine Schnodderigkeit in Text und Bild, eine heute geradezu erleichternd wirkende Unperfektheit im Strich, da er seine Geschichten ganz aus dem Gefühl heraus aufs Blatt gebracht hat. Das macht sie so lebendig und warm.

Welche Kernbotschaften erkennen Sie in seinen Geschichten? Sind diese Botschaften heute noch aktuell?

In Janoschs Geschichten stecken große, universelle Themen. Einmal ist da die Sehnsucht nach einem einfachen Leben, nach Glück, der Liebe und der Freundschaft. Und dann das Versprechen, dass sich all dies erfüllen kann, wenn man seinen eigenen Weg geht. Janoschs Geschichten vermittelt Kindern das Recht auf Selbstbestimmung und Freiheit.

Glauben Sie, dass Janoschs Werk auch in 20 Jahren noch breit vorgelesen wird oder werden durch Künstliche Intelligenz – auch durch die Fülle von neuen Inhalten, die durch KI auf den Markt kommt – die »handgemachten Klassiker« nur noch eine Nischenbedeutung haben?

Ich denke, es wird eine Gegenbewegung zu KI geben. Gerade handgemachte Illustrationen, Klassiker, aber auch die Künstler:innen hinter den Werken werden noch viel stärker wertgeschätzt werden. Es ist der Mensch, der seine Gedanken und Gefühle, seine Perspektiven über die Fertigkeiten seiner Hände an die Leser:innen weitergibt, dadurch entsteht eine fühlbare tiefere Verbindung, die eine KI nicht ersetzen kann. Also ist meine Antwort ja, Janosch wird auch in 20 Jahren noch gelesen werden.  

Können die Geschichten auch Erwachsenen etwas sagen?

Neben der Nostalgie, die sich beim Betrachten der Bilderbücher einstellt, wird bei Janosch immer deutlich, dass das größte Glück im Kleinen liegt. Zum Beispiel in einer warmen Bouillon, gekocht vom besten Freund. 

Haben Sie eine Lieblingsgeschichte von Janosch?

Das ist sicher »Ich mach dich gesund, sagte der Bär«. Die liebevolle Fürsorge, die der kleine Bär dem kleinen Tiger in der Geschichte zukommen lässt, überträgt sich beim Vorlesen direkt. Das hat bei mir funktioniert, als ich klein war und jetzt lese ich es meiner Tochter vor. Es ist ein Buch für jede literarische Hausapotheke.