Ausgangspunkt des von Richard Lischka-Schmidt und Sven Tiersch herausgegeben Thementeils ist die Beobachtung, dass sich zwar Schule in den letzten Jahrzehnten verändert hat, z. B. im Kontext von Inklusion oder Digitalisierung, diese Veränderungen aber systematisch kaum schultheoretisch gedeutet werden. Aus diesem Grund diskutieren die Beiträge des Thementeils ausgewählte Schultheorien mit Blick auf ihr Potenzial zur Konzeptualisierung ausgewählter schulischer Transformationen. In der Einleitung werden zunächst vier Desiderate des aktuellen schultheoretischen Diskussionsstandes herausarbeitet. Im ersten Beitrag diskutiert Eike Wolf die Tragfähigkeit schultheoretischer Ansätze mit Blick auf empirische Befunde zum digitalisierten Unterricht. Maike Lambrecht und Fabian Dietrich untersuchen in ihrem Beitrag schultheoretische Fragen nach der inneren Gestalt und der gesellschaftlichen Bedingtheit von Schule, die sich im Zuge Neuer Steuerung von und in Schule stellen. Der Beitrag von Werner Helsper entwickelt am Beispiel des zunehmenden Schulwettbewerbs eine Transformations-Taxonomie, die unterschiedliche Transformationsanlässe der Schule im Kontext gesellschaftlicher Entwicklungen ausbuchstabiert.
„Brüche“ sind eigentlich kein genuin pädagogisches Thema, auch wenn das der Titel des 30. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft im März 2026 in München ist. Dies war auch Anlass, den vielseitigen Bezügen erziehungswissenschaftlicher Forschung zu Brüchen in diesem von Bernhard Schmidt-Hertha und Tanja Sturm verantworteten Kongressheft nachzugehen. Dies kann dabei natürlich nur exemplarisch geleistet werden, u.a. in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Bildungsabbrüchen, pandemiebedingten Brüchen in der Schullaufbahn, Brüche in der Entwicklung von Studierendenzahlen, aber auch politischen Tabubrüchen und deren Widerhall im Bildungswesen. Ebenso lassen sich historische Umbrüche in der Schulgeschichte oder in den Geschlechterrollen als pädagogische relevante Bezugspunkte identifizieren. Der gemeinsame Nenner all dieser Brüche, die abrupte und einschneidende Veränderung, die die Einteilung in eine Zeit davor und eine Zeit danach nahelegt, eröffnet vielseitige pädagogische Fragestellungen, zu deren Bearbeitung die hier versammelten Beiträge anregen sollen.
Veronika Thalhammer und Annabell Daniel analysieren in ihrem Beitrag das Phänomen der Dropouts in der nachschulischen Bildung und verweisen auch auf das produktive Potenzial von Abbrüchen. Das Erleben von Schulschließungen während Corona steht im Zentrum einer international-vergleichenden Studie von Nils Schrewe und Tanja Sturm, der auf veränderte Lernorientierungen im digitalen Unterricht verweist. Ivo Züchner stellt mit Blick auf die Entwicklung der Studierendenzahlen in pädagogischen Studiengängen anhand von Daten aus der öffentlichen Statistik fest, dass sich hier weniger ein Bruch als eine kontinuierliche Entwicklung in Richtung sinkender Studierendenzahlen abzeichnet. Einen „schulpolitischen Tabubruch“ attestieren hingegen Line Saur, Moritz Gawert und Rita Nikolai anhand von Wahlprogrammen der AfD, in welchen Schulunterricht auch für antisemitische Narrative geöffnet werden soll. Für den Bereich der Erwachsenenbildung zeigen Anke Grotlüschen, Karola Cafantaris und Klaus Buddeberg wie sich dieser Bildungsbereich gegen rechte Einflussnahme zur Wehr setzt und hierfür spezifische Strategien einsetzt. In einem bildungshistorischen Beitrag macht Sabine Reh anhand der Veränderungen im Schulsystem im Kontext der deutschen Wiedervereinigung darauf aufmerksam, dass Brüche als Zusammenspiel von Diskontinuitäten aber auch Kontinuitäten zu verstehen sind. Abschließend reflektiert Peter Leihy die Folgen von und den Umgang mit Brüchen im traditionellen Bild von Männlichkeit und schildert progressive wie reaktionäre Muster des Umgangs damit.
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01/2025: Entfremdung und Verdinglichung im Kontext von Schule und Unterricht
02/2025: Kritisches Denken in der Hochschulbildung im digitalen Zeitalter
03/2025: Institutionenskepsis und Bildungsmisstrauen
04/2025: Beiträge zur Bildungsforschung und pädagogischen Theorie
05/2025: Ästhetische Dimensionen des Urteils- und Bildungsprozesses
06/2025: Pädagogik als Gestaltungswissenschaft?
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1. Auflage 2026
Erscheinungstermin: Ca. 19.01.2026
Bindeart: Broschiert
Format: 16,7 x 24,2 x 0,9 cm
Gewicht: 282g
Verlag: Beltz Juventa
Zeitschrift für Pädagogik 71.Beiheft 2025